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Norderney hat wieder eigene Innungen

"Im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik im Dritten Reich waren die selbständigen Handwerker-Innungen auf Norderney aufgelöst und den Innungen des Kreises Norden zugeteilt worden. Dieses Verhältnis führte oft zu Unzuträglichkeiten und Benachteiligungen der Norderneyer Handwerker, während früher die Belange der Inselhandwerker zur vollsten Zufriedenheit örtlicherseits geregelt wurden. So war es auch ein besonderer Übelstand, daß die Lehrlinge die Gesellenprüfungen in Norden ablegen mußten, was natürlich für die Beteiligten stets mit großen Kosten verbunden war. Nachdem Norderney die Stadtrechte (am 5. August 1948, Anm. d.V.) verliehen worden sind und unter der Berücksichtigung der insularen Lage hat die Handwerkskammer Aurich dem Verlangen der Inselhandwerker auf Wiedergründung eigener lnnungen stattgegeben (Badezeitung v. 29. 11. 1949).

Nach der Handwerksordnung vom 6.12.1946 durften Innungen sich Grundsätzlich nur über den Bezirk eines Landkreises und nicht, wie von der Norderneyer Handwerkerschaft beantragt, bloß auf eine kreiszugehörige Stadt erstrecken. Die Ausnahme für Norderney wurde unter folgenden Bedingungen zugelassen: Die Mitglieder der neu zu errichtenden Innung müssen vollzählig an der Gründungsversammlung teilnehmen. Drei Viertel der Handwerksmeister müssen für die Errichtung einer eigenen Innung stimmen. Die Mitglieder müssen bereit sein, die durch die Errichtung der Innung entstehenden Mehrkosten zu tragen. Es muß gewährleistet sein, dass die Organe der Innung vorschriftsmäßig besetzt werden können. Nachdem diese Bedingungen von den örtlichen Bäckern, Schneidern, Schuhmachern, Tischlern und Metallhandwerkern erfüllt werden konnten, wurde am 26. November 1949 die Gründung dieser Innungen vollzogen. Die Gründungsversammlung fand im Restaurant Jänsch statt, an der Kreishandwerksmeister Gerdes und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Frahm (beide Norden) teilnahmen. Die einzelnen Innungen wählten dann ihre Obermeister und Vorstände:

Bäcker-Innung: Hinrich Eberhardt
Damen-/Herrenschneider-Innung: Margarete Jürgens / Ernst Riemann
Schuhmacher-Innung: Johann Visser
Tischler-Innung: Hinrich Jürgens
Metallgewerbe-Innung: Wilhelm Berg

Bereits am 1. Juli 1945 hatten sich die Malerbetriebe zu einer "Maler- und Glaser-Innung" zusammengeschlossen. Zum Obermeister der Innung wurde B. Schröder gewählt. Der Innung gehörten zunächst 14 Betriebe an.

Heute bestehen noch drei Innungen auf Norderney: Metallgewerbe (Obermeister H. Motzkus), Tischler (Obermeister G. Lengerhuis), Maler (Obermeister W. P. Reverts).


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Ortshandwerkerschaft

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