Zum Jahr1398Zum Jahr 1797Zum Jahr 1849Zum Jahr 1862Zum Jahr 1873Zum Jahr 1948Zum aktuellen Jahr PDF-Download Sitemap Hilfe

Klick Insel/Stadt | Insel und Küste | Die Inselwache

Norderney Kurier (Serie erschien vom 04.07.2014 - 06.03.2015)

Seekriegsleitung zieht ostfriesische Insel dem Standort Helgoland vor - Planung und Bau sollten zügig erledigt werden

Nach der verlorenen Seeschlacht am 28. August 1914 wurde die erste Marine-Seeflugstation Anfang September von Helgoland nach Norderney verlegt. Seitens der Seekriegsleitung in Wilhelmshaven hat man sofort erkannt, dass Helgoland für Kriegseinsätze der dort stationierten Wasser-Flugzeuge nicht geeignet war. Die Mobilmachung am 1. August 1914 traf die Verantwortlichen der Kaiserlichen Marine völlig unvorbereitet. Die Fliegerei zu Wasser wurde damals der Marine zugeteilt. Auch das Bodenpersonal waren Marinesoldaten.

Der Norderneyer Karl Etzold schreibt in seinen Aufzeichnungen unter anderem: "Von der Marineleitung wurde beschlossen, auf Norderney eine See-Flugstation zu bauen. Der Standort Norderney war aus der Sicht der Planer optimal, weil hier Fläche vorhanden und das Festland mit den Frisia-Schiffen leicht zu erreichen ist. Auch der Transport von Baumaterial konnte zügig mittels größeren Lastkähnen, die von Schleppern gezogen wurden, über dem tideunabhängigen Hafen Norddeich zur Insel organisiert werden."

Quartiere gesucht

Gleich zu Anfang des Krieges erschien in der Badezeitung eine Anzeige der Garnisonsverwaltung mit der Aufforderung, Quartiere gegen Bezahlung bereitzustellen. Da fast keine Kurgäste mehr auf der Insel waren, haben einige Norderneyer Beherbergungsbetriebe sich bei der Kommandantur, welche im Westflügel des Kurhauses mit 20 Mann untergebracht war, gemeldet und ihre Fremdenzimmer zur Verfügung gestellt. Die Arbeits-Soldaten wohnten im Hotel Deutsches Haus (heute Haus der Insel). Die Marine-Offiziere wurden im Hotel Pique (ebenfalls heutiges Haus der Insel) untergebracht, die Flugzeugführer im Hotel Kaiser Franz Josef und im Hotel Reichsadler an der Luisenstraße. Der Unterricht und die Lagebesprechungen für die Flugzeugführer wurden im Hotel Reichshallen (heute OLB) durchgeführt.

Aufklärungsflüge

Wegen der milden Wetterlage schritten die Arbeiten an den Hallen zügig voran. Die Norderneyer Tiefbaufirma Arend Baumann hatte eine Großbaustelle in der Nähe des damaligen "Eselstalles" (heute Gruco) eingerichtet. Auch der Schulbetrieb mit den Seeflugzeugen war zufriedenstellend. Bereits im November erfolgten von Norderney aus Aufklärungsflüge über See und Flüge nach Helgoland. Die Nachrichten zur Hochseeinsel wurden zunächst mit Reiseflugtauben übermittelt (weitere Ausführungen über den Verlauf der Flugstation Norderney)

Einige Staffeln von Wasserflugzeugen landeten vor Norderney "Auf der Rede"

1914/15: Einige Staffeln von Wasserflugzeugen landeten vor Norderney "Auf der Rede". Auf dem Bild sind Seeflugzeuge der LvG Warnemünde auf dem Südstrand zu sehen. Am Hafenkopf liegen Kriegsschiffe, ein Spüler und ein Schlepper. Das ganze Gelände wurde aufgespült und so entstand der neue Flughafen. Einige der Wasserflugzeuge wurden in provisorisch erbauten Holzhallen auf dem "Rennplatz" (heute neuer Kurpark und Parkplatz A und B) untergebracht und dort auch
gewartet.

Luftaufnahme aus dem Jahr 1914

Luftaufnahme aus dem Jahr 1914: die rot-gestrichelten Linien sind die Loren-Gleise für die Sandentnahme zur Aufschüttung des neuen Flughafens.

Lageplan der Seeflugstation Norderney

Ein Lageplan der Seeflugstation Norderney, gezeichnet und aufgenommen im Kataster im März 1916 im Kaiserlichen Marienbauamt Norden. Die Rot umrandete Fläche beträgt 8,109 Hektar, die Blau umrandete Fläche beträgt 8,9 Hektar. Die Pegel Null-Linie wurde am 28. März 1916 gemessen.

Die ersten Hallen sind im Rohbau fertig

Die ersten Hallen sind im Rohbau fertig. Die Ablaufbahnen sind bereits zu sehen. Eine dieser Bahnen ist heute noch erhalten und wird für den Abtransport des Inselmülls gebraucht, von wo aus das "Landungsboot" die Müllcontainer der Umschlagstation zum Festland bringt. Foto: Archiv Röben

Karikaturpostkarte

Sofort sind auch Karikaturisten da. Auch das gab es auf Norderney. Eine Karikaturpostkarte wurde von einem Zeichner angefertigt und bei den Marinefliegern in Umlauf gebracht. Die haben die Karte dann gern mit einem Gruß von Norderney an ihre Angehörigen versendet.

 

Die Inselwache

Teil 1 - (04.07.2014)
Teil 2 - (11.07.2014)
Teil 3 - (18.07.2014)
Teil 4 - (25.07.2014)
Teil 5 - (01.08.2014)
Teil 6 - (08.08.2014)
Teil 7 - (15.08.2014)
Teil 8 - (22.08.2014)
Teil 9 - (29.08.2014)
Teil 10 - (05.09.2014)
Teil 11 - (12.09.2014)
Teil 12 - (19.09.2014)
Teil 13 - (26.09.2014)
Teil 14 - (02.10.2014)
Teil 15 - (10.10.2014)
Teil 16 - (17.10.2014)
Teil 17 - (24.10.2014)
Teil 18 - (31.10.2014)
Teil 19 - (07.11.2014)
Teil 20 - (14.11.2014)
Teil 21 - (21.11.2014)
Teil 22 - (28.11.2014)
Teil 23 - (05.12.2014)
Teil 24 - (12.12.2014)
Teil 25 - (19.12.2014)
Teil 26 - (02.01.2015)
Teil 27 - (09.01.2015)
Teil 28 - (16.01.2015)
Teil 29 - (23.01.2015)
Teil 30 - (30.01.2015)
Teil 31 - (06.02.2015)
Teil 32 - (13.02.2015)
Teil 33 - (20.02.2015)
Teil 34 - (27.02.2015)
Teil 35 - (06.03.2015)
 Die Inselwache Logo der Chronik© 2002-2018 H.-H. Barty Zum Seitenanfang