Das Jahr 2015 (5 Sterne) - Norderney - Chronik einer Insel

Insel Norderney
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Insel/Stadt | Chronik | 2015 | Projekt 5-Sterne-Hotel
Bericht der NBZ zum Projekt 5-Sterne-Hotel (22.01.2015)
Norderney in einer Liga mit der Welt

Eins ist bei der Vorstellung der Pläne für den Bau eines Fünf-Sterne-Hotels am Norderneyer Kurplatz am Dienstagabend sehr deutlich geworden: Mit der neuen Luxusadresse steigt die Insel in eine neue Liga auf.
Mehr Bürger als zum Neujahrsempfang waren zu der öffentlichen Präsentation gekommen, wie der Bürgermeister wohlwollend bemerkte, und auch den Investoren, der Bietergemeinschaft Brune/Wessels, hielt es vor Augen, dass die Norderneyer das Mammutprojekt zwar durchaus kritisch, aber auch sehr interessiert verfolgen. Umso wichtiger schien es den Planern zu sein, nicht nur um Akzeptanz für das außergewöhnliche Vorhaben zu werben, sondern für eine überzeugte Befürwortung der Norderneyer. "Nur wenn das Hotel ein Teil von Ihnen ist, kann es ein guter Teil der Insel werden", betonte Architekt Marc Brune, dass es gerade auf einer Insel keinen Sinn mache, etwas gegen den Willen der Bevölkerung durchsetzen zu wollen. Und das Vorgehen schien sich auszuzahlen, denn am Ende blieben die befürchteten kritischen Fragen aus. Es wurde sogar ausdrücklich gelobt.

Das Gebäude

Geplant sind ein großer Hotelkomplex und drei kleine Strandvillen, die auf dem Grundstück des früheren Kurmittelhauses entstehen sollen. Mit gut 14 Metern Höhe liege das Hotel zwischen den Gebäudehöhen von Bade- und Conversationshaus. All diese Häuser sollen unterirdisch verbunden werden. Außerdem soll eine Tiefgarage unter dem Hotel eingerichtet werden. Der Gast könne über die Weststrandstraße, die im Zuge des Hotelbaus übrigens saniert werden soll, direkt vor die Unterkunft fahren, sein Gepäck hereintragen und den Wagen parken lassen.

Im Erdgeschoss des Hotels sollen die Lobby, ein Familien und ein Gourmetrestaurant integriert werden. Darüber sollen Suiten und Zimmer mit Fünf-Sterne-Anspruch eingerichtet werden. "Wir müssen ein Angebot schaffen, dass auch schon weit gereiste Leute nach Norderney kommen und nicht anderswo in die Welt fliegen", erklärte Philipp Herzogenrath, Betriebswirt bei Brune & Company. Insgesamt seien in der Planung 119 Zimmer berücksichtigt.

Über den Zimmern sollen ein umfassender Wellnessbereich, ein sogenannter Rooftop-Pool und eine Sonnenterrasse Platz finden. Außerdem sollen ein Thalasso-Dachgarten mit vielen Naturelementen, Badezuber und Meditationsbereich für Entspannung und Aufenthaltsqualität sorgen.

Sky Bar für alle offen

Eines der Highlights soll die SkyBar werden, die als einziges Gebäudeteil noch ein Stück weiter in den Himmel ragt. Dank eines separaten Zugangs soll diese Lokalität mit freiem Blick ausdrücklich nicht nur Hotelgästen vorbehalten, sondern ein Anlaufpunkt für alle Insulaner und Touristen sein. Insgesamt solle das Fünf-Sterne-Hotel kein abgeschotteter Bereich für stock-steife Kunden sein, sondern sich als "junges, lebendiges und fröhliches" Haus in sein Umfeld integrieren, wie Marc Brune betonte. Das Betriebskonzept sehe daher die vier Bausteine Thalasso, Familie, Tagung und Erlebnis vor. Denn nicht nur durch die formale Erfüllung der Fünf-Sterne Kriterien, sondern vor allem durch die gefühlte Qualität und die geschafften Erlebnisse könne man Gäste an den Standort Norderney binden.

Großer Saal mit Hydraulik

Dazu soll auch der multifunktionale Veranstaltungssaal für bis zu 520 Personen beitragen, der Teil der Ausschreibung war und eines Tages den Veranstaltungssaal im Haus der Insel ersetzen soll. Dafür hat sich das Planungsteam besondere technische Finessen einfallen lassen. So könne die Lobby im Erdgeschoss nicht nur durch mobile Trennwände für kleinere Tagungen genutzt, sondern durch einen absenkbaren Boden auch zu einem großen Tagungs- oder Theatersaal umfunktioniert werden. Im Untergeschoss sollen dazu Bühne, Garderobe und Toiletten eingerichtet werden. Einen zusätzlichen separaten Zugang wird es ebenfalls geben.

"Grand Beach resort"

Alles in allem will die Bietergemeinschaft Brune/Wessels rund 37 Millionen Euro investieren. Aus den gezeigten Entwürfen müssten nun aber erst einmal Bauanträge entstehen und genehmigt werden. Auch der am Dienstag erwähnte Name "Grand Beach Resort Norderney" sei erst mal nur ein Arbeitstitel. Da man für den Bau des Luxushotels sicherlich mehr als eine Saison brauchen werde, könne die Eröffnung wohl erst im Sommer 2017 oder gar 2018 erfolgen.

Bei den zur Präsentation erschienenen Insulanern schien das Projekt durchaus Zustimmung zu finden. Fragen wurden vom Planungsteam direkt beantwortet. So soll der Wellnessbereich des Hotels keine Konkurrenz zum Angebot der Kurverwaltung darstellen. Den Einzelhandel könnte man eventuell durch eine Belebung des Durchgangs am Badehaus mit einbeziehen. Die künftigen Hotelgäste wolle man nicht aus bestehenden Häusern abziehen, sondern eben die Bandbreite erweitern. Das Luxushotel soll inhabergeführt und nicht etwa durch eine Kette betrieben werden. Und dass das neue, nötige Klientel nach Norderney komme, auch dazu zeigten sich die Investoren sehr zuversichtlich. Einzig die Personalfragen - wie viele qualifizierte Leute nötig seien und wo diese unterkommen sollen - seien noch nicht geklärt. Auch die Sorgen einer Anwohnerin ob des noch weiter zunehmenden Verkehrs in der Weststrandstraße konnten natürlich nicht beiseitegeräumt werden.

"Vorbildcharakter"

Dennoch schien das Publikum unterm Strich angetan und applaudierte zwischendurch immer wieder. Ein bekannter notorischer Kritiker, der bei derartigen insularen Sitzungen selten ein Blatt vor den Mund nimmt, sprach sogar von "Vorbildcharakter". "Dann kann ja nichts mehr schiefgehen", scherzte der Bürgermeister - bei allem Bewusstsein, dass das Fünf-Sterne Hotel noch einen weiten Weg vor sich hat.

Projekt 5-Sterne-Hotel

Projekt 5-Sterne-Hotel

Projekt 5-Sterne-Hotel

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