Das Jahr 2021 (Ankerplatz) - Norderney - Chronik einer Insel

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Kinderkurheim jetzt "Ankerplatz"
Bericht der NBZ vom 01.10.2021

Einrichtung des Hochsauerlandkreises feiert 100 Jahre und hat ein neues Konzept

Zum Hundertjährigen gibt es nicht nur einen neuen Namen, sondern auch ein neues Konzept: Das Kinderkurheim Haus Arnsberg in der Marienstraße hat ein neues Konzept und heißt seit diesem Jahr "Ankerplatz Norderney". "Ein wirklich passender Name", sagte Bürgermeister Frank Ulrichs (parteilos), bezogen auf die Neuausrichtung. Vormals für Kuren gedacht, ist der Ankerplatz jetzt ein Kinder- und Jugendhilfezentrum, das Familien in Krisensituationen unter die Arme greifen will. Am Dienstag wurde der runde Geburtstag im kleinen Kreise begangen, der Pandemie geschuldet. An sich sei eine große Feier mit allen geplant, die der Einrichtung verbunden sind, teilte Insa Jarkusch den Gästen mit. Sie leitet die Einrichtung seit 2018.

Nur wenige Betreiber

"Pausen machen stark" lautet der Slogan des "Ankerplatzes", der vom Hochsauerlandkreis getragen wird. Kinder von zwei bis 15 Jahren sollen hier zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen. Der vorübergehende Aufenthalt soll Familien entlasten, damit es nicht zu einer langfristigen Trennung von Eltern und Kindern kommt, beispielsweise die Fremdunterbringung des Nachwuchses in einer Wohngruppe. Drei bis zwölf Wochen werden die Kinder in diesem geschützten Raum fachlich begleitet, damit sie sich erholen und um die belasteten familiären Situationen zu klären.

Laut Ulrichs gibt es nur noch wenige Betreiber die den Hochsauerlandkreis, "die in die Zukunft investieren, die sich Gedanken um die Ansprüche und Bedürfnisse von jungen Menschen machen, die erkennen, dass Norderney für diese Klientel die besten Voraussetzungen bietet und die neue Wege beschreiten".

Aufbauend auf der Philosophie des Hauses, in der immer die Erholung und Genesung traditionell verankert waren, sollen auch künftig Kinder und Jugendliche ihre wichtigste Zielgruppe bleiben. "Mich freut das sehr und ich darf Sie zu diesem Schritt herzlich beglückwünschen", so Ulrichs am Dienstag.

"Es sind genau diese grundsätzlichen Werte, die das gesundheitliche und pädagogische Wohl der jungen Menschen in den Mittelpunkt rücken. Es sind die Kinder und auch Erwachsenen, vor allem die stressgeplagten Mütter, für die wir uns einsetzen", sagte Dr. Karl Schneider, Landrat im Hochsauerlandkreis.

Zu den Aufnahmegründen zählen unter anderem familiäre Spannungen zwischen Kindern und ihren Eltern, Loyalitätskonflikte in Trennungs- und Scheidungssituationen, Kontaktschwierigkeiten, Mobbing und Schulmüdigkeit. Die Probleme sind breit gefächert. 20 Plätze hält die Einrichtung für Zwei- bis 15-Jährige bereit, die aus allen Landkreisen kommen können, nicht nur aus dem des Betreibers. Aurich beispielsweise zeige ein großes Interesse, berichtet Jarkusch. Erst vergangene Woche sei dort das Konzept vorgestellt worden.

Das Kinder- und Jugendhilfezentrum stellt auch einen kurzfristigen Zufluchtsort für unterschiedlichste Notsituationen dar, beispielsweise bei Ausfall einer erziehungsberechtigten Person, fehlenden Betreuungsund Unterstützungsalternativen sowie im Rahmen einer Hilfeplanung. Bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung stehen zwei Plätze in zwei separaten Zimmern für die Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen bereit.

Zudem gibt es ein Apartment für die Aufnahme von Alleinerziehenden mit bis zu zwei Kindern, die sich in belasteten Familiensituationen befinden und auf Norderney ein Angebot der Familienfreizeit und -erholung in Anspruch nehmen dürfen.

"Wir schaffen Raum"

"Wir schaffen Eltern den Raum in einer Phase der Entlastung, die eigene Lebenssituation zu reflektieren, die Bedürfnisse der Kinder und die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und darauf zu reagieren, gegebenenfalls professionelle Hilfsangebote anzunehmen, einzuleiten und nach vorn zu schauen." Das Angebot des Ankerplatzes ist präventiv. "Erarbeitet werden können alternative Handlungsoptionen", so Jarkusch. Zehn pädagogische und therapeutische Fachkräfte betreuen, fördern und beraten die Kinder und Jugendlichen.

Die Sparkasse Hochsauerland, am Dienstag vertreten durch Ingo Ritter, gibt immer wieder Geld in die Einrichtung. Zur Feier des Tages gab es 5.000 Euro, über die sich Jarkusch sehr freute: "Dafür werden wir etwas Schönes kaufen." Hier, wie woanders, ist die Finanzierung solch einer Einrichtung nicht immer einfach, räumt die Leiterin später im persönlichen Gespräch ein. Was unterstreicht, dass es nicht selbstverständlich ist, so eine Institution vorzuhalten.

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Chronik der Insel (Ankerplatz) - Das Jahr 2021
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