Die Insel Norderney

Norderney Flagge der Insel
53° 42' 26" N 7° 8' 49
Chronik einer Insel

 

Das Jahr 1398Das Jahr 1797Das Jahr 1849Das Jahr 1862Das Jahr 1873Das Jahr 1948Das aktuelle Jahr

Insel/Stadt | Bilder/Prospekte | Daten/Fakten | Kunst/Kultur

Vorherige Seite  Inhalt  Nächste Seite Zum Seitenende

Klick Insel und Küste | Norderney erzählt | Seite 15
Norderney erzählt

Theodor Fontane

Theodor Fontane hatten 1880 Studien für seine Novelle ins Fürstl. Knyphausensche Archiv nach Lütetsburg in die unmittelbare Nähe Norderneys geführt, das er dann 1882/83 als Kurgast aufsuchte. über sein Leben hier berichtet er an seine Frau:

"Ich bin", schreibt er, "heut' erst vierzehn Tage von Berlin fort und mir ist, als wär ich dreimal um die Welt gefahren. Ich war in Oldenburg, sah den 'Urwald' (wirklicher Urwald) bei Jever, lernte Wilhelmshaven kennen, war zehn Stunden auf See, passierte Wangeroog, Spiekeroog und Langeoog, bewohne jetzt meine dritte Wohnung, habe in 10 Hotels und Restaurationen gegessen, höre jeden Morgen und Nachmittag die Kurkapelle spielen, bin ein reiner ,Strandläufer< geworden, habe verschiedene Bekanntschaften und bei Knyphausens Besuch gemacht, zehn Kapitel korrigiert, eine neue wundervolle Novelle konzipiert und aufs Papier geworfen, bin gestern Abend bei einem Champagner-Souper gewesen und habe für Knyphausens einen Prolog gedichtet, der übermorgen in einer furchtbar vornehmen Versammlung vorgetragen wird."

Er lebte sehr zurückgezogen und arbeitete viel.
"Morgen sind es vier Wochen, daß ich in absoluter Einsamkeit lebe. In meinen Briefen klingt das ja alles noch ganz menschlich und manierlich; aber wenn Du Spielhagens, Michaels, Knyphausens und Hülsens zusammenrechnest, so kommt doch immer nicht mehr wie 8 Stunden heraus. Und vier Wochen sind beinah 700 Stunden. Es ist, wie wenn man von einem Schokoladenplätzchen einen ganzen Tag leben soll. Und nun will ich mich anziehen und auf der 'Giftbude' meine 'Kreuzzeitung' lesen."

Der Eigenart Fontanes entsprechend hat bei ihm sein Aufenthalt an der Nordsee nicht den dichterischen Widerhall im Werk wie bei Heine gefunden.

Dafür geben die Briefe an seine Frau höchst anschauliche, für Land und Leute charakteristische und lesenswerte Schilderungen. Zugleich aber geht aus ihnen hervor, daß schon damals mit der Verbesserung der Verbindungen immer weitere Kreise anfingen, an der Nordsee Erholung und Genesung zu suchen.



Norderney erzählt PDF-Download Sitemap HilfeLogo der Chronik© 2002-2020 H.-H. BartyZum Seitenanfang