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Ostfriesischer Kurier (Serie erschien vom 16.03. - 29.06.2013)
Georg Kampfer hat den Fall Husius unter die Lupe genommen.

Akte HusiusIm Jahr 1696 wurde der aus Lippe stammende pietistische Pastor Johann Husius nach Norderney versetzt. Hier ist er bei seinen Bemühungen, die Insulaner zu größerer Frömmigkeit zu bewegen, allerdings grandios gescheitert. Im Jahr seines Todes, 1712, wurde sein gleichnamiger Sohn vom Fürsten Albrecht zum Vogt von Norderney ernannt. Bei seinen 20-jährigen Bemühungen, Recht und Ordnung auf der Insel durchzusetzen, war er jedoch ebenso "erfolgreich" wie sein Vater.

Die Geschichte des Pastors Husius auf Norderney ist bereits in der KURIER-Beilage "Heim und Herd (November 2010) erschienen. Die folgende Serie gilt nun dem Sohn und seinem Wirken in den Jahren 1712 bis 1732. In Teil eins von "Die Akte Husius-Allein gegen Norderney" geht es um den Sündenfall der Anna Barbara:

"Lehrers Kinder und Pastors Vieh gedeihen selten oder nie..." Diese alte Volksweisheit gilt ähnlich wohl auch für Norderney, denn am 4. Mai 1714 wurde die Norderneyer Pastorentochter Anna Barbara Husius in Aurich verhaftet und eingesperrt. Der Vorwurf: Diebstahl, Hehlerei und Falschaussage. Was war geschehen? Anfang 1714 war ein aus Amsterdam kommendes Schiff mit reicher Fracht auf der Insel gestrandet. Den Norderneyern gelang es, einen beträchtlichen Teil der Fracht zu bergen und ihrem Vogt ordnungsgemäß zur Verwahrung zu übergeben. Unter dem geborgenen Strandgut befanden sich diverse Körbe, Säcke und Kisten mit Kaffee, Tee, Gewürzen, Tuchen, Tabak, Garn, Messinggeräten und Porzellan sowie ein Kästchen mit theologischen und philosophischen Büchern. Der Vogt konnte allerdings nicht verhindern, dass anschließend nach und nach wertvolle Stücke des verwahrten Gutes aus seiner Obhut verschwanden. Als daraufhin der Auricher Regierungsrat Johann Peter Schleiff auf die Insel kam, fiel sein Verdacht bald auf die 20 Jahre alte Anna Barbara, Tochter des zwei Jahre zuvor verstorbenen Norderneyer Pastors Johannes Husius. Sie war auffällig geworden, weil sie bei Einkäufen in Norden erstaunlich viel Geld zur Verfügung hatte. Unter Verdacht geriet auch ihre 26 Jahre alte Freundin Sypke, die als Tochter des Kirchverwalters Bentet Remmers gleichfalls aus gutem Hause stammte. Daraufhin erließ die Hofkanzlei des Fürsten Georg Albrecht in Aurich am 10. April 1714 das folgende Dekret: "Es werden Anna Barbara Husius und Bentet Remmers Töchter, ex officio, hiermit citieret und abgeladen, dass sie bey Straffe jede 10 Gulden, auf d. 3ten negstkünftigen Monahts May, anhero vor der fürstl. Hoffkantzeley in eigenen Persohnen zu früher Tages Zeit unfehlbar erscheinen und vernehmen sollen, was Ihnen alßdann Ambtshalber vorzuhalten seyn wird. Womach sie sich bey Vermeidung obiger Straffe zu richten haben". Der Norderneyer Vogt Johann Husius hatte die Vorladung den beschuldigten Frauen zu überbringen. Wie sein Name vermuten lässt, war er mit der Anna Barbara verwandt: Es war seine eigene Schwester, mit der er unter einem Dach wohnte und die mit ihrem Verhalten nun den guten Namen ihres Vaters und Bruders in schlechtes Licht gebracht hatte.


Die Akte Husius

1. Teil
2. Teil
3. Teil
4. Teil
5. Teil
6. Teil
7. Teil
8. Teil
9. Teil
10. Teil
11. Teil
12. Teil
13. Teil
14. Teil
15. Teil
16. Teil

Übersicht Veröffentlichungen

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akte-husius.pdf
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